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Aus aller Welt

Burundi

Seit dem 16. Jahrhundert ist Burundi der Schauplatz ethnischer Konflikte zwischen der mehrheitlichen Hutu Bevölkerung und der Tutsi-Minderheit. Nach vielen langen blutigen Zusammenstößen hatte man gehofft, daß durch die freie Wahl eines Präsidenten aus der Hutu Bevölkerung eine friedvollere Zeit beginnen würde. Leider wurden diese Hoffnungen durch die Ermordung des Präsidenten im gleichen Jahr zunichte gemacht. Der Nachfolger wurde in einem Flugzeug abgeschossen, was dann den furchtbaren Genozid in Burundi und Ruanda auslöste. Tausende Tutsis wurden sofort ermordet und Tausende Hutus im Gegenzug ebenfalls auf grausame Weise umgebracht oder zur Flucht in die benachbarten Länder, hauptsächlich Kongo und Tansania, gezwungen. Nach nun fast 5 Jahren Bürgerkrieg und vielen gescheiterten Bemühungen, das Land zu befrieden, ist das Leben in Burundi sehr schwierig.
(Über 250.000 Menschen hat der Krieg das Leben gekostet und ebenso viele zu Flüchtlingen gemacht, und Hunderttausende in von der Regierung errichtete Zwangslager gezwungen)

Die immer noch andauernden Unruhen zwischen der von Tutsis beherrschten Armee und Huturebellen im Innern des Landes, die bis in die Hauptstadt Bujumbura (der Stadtteil Kamenge ist etwa 6 km vom Zentrum entfernt) getragen werden, behindern die Arbeit sehr. Selbst zivile Flugzeuge, die auf dem internationalen Flugplatz landen, werden von Rebelleneinheiten beschossen. Ein Fortbildungsseminar mußte im April 2001 abgesagt werden auf Grund der Kämpfe in Bujumbura. Um so erstaunlicher ist die Aktivität unserer Mitarbeiter.

Dennoch, schreibt Manasse, „haben wir Grund zur Freude, weil unsere Familie wieder vollständig ist. Unsere zwei Kinder, die noch in Kenia verweilten, sind wieder zu Hause. Leider ohne offiziellen Schulabschluß, da wir in Kenia nicht die Schulgebühren bezahlen konnten. Ich studiere auch weiterhin fleißig die englische Sprache und Psychologie.

Weniger erfreulich ist, daß mir meine Stelle als Buchhalter gekündigt wurde, mit der Begründung, daß ich anderweitig (FLM, Studentenarbeit etc.) genügend Verantwortung habe. Das ist sehr schlecht für unsere Familie. Meine Frau Karin hat zwar einen Gemüsegarten angelegt, doch das meiste wird uns gestohlen.

Das Leben ist sehr schwer in unserem Land. Viele müssen Hunger leiden und sind nur mit dem Allernötigsten versorgt. Viele Kinder sind dauernd krank, auch unsere, weil sie aus Nahrungsmangel anfällig sind.

Mit dem Bau des FLM-Gebäudes in Kamenge (in diesem Stadtteil von Bujumbura haben die Kämpfe stattgefunden) geht es nur langsam voran. Wegen der Rebellen ist es gefährlich, dort zu arbeiten, und der Bau wird uns mehr kosten als geplant.

Dennoch macht FLM Fortschritte trotz der sehr schwierigen Lage im Land. Ein Seminar für Ehepaare, Verlobte und Verliebte und ein Fortbildungsseminar für die 47 Mitglieder- Ehepaare sind geplant. Dringend suchen wir einen Raum, der nicht zu teuer ist, um mindestens 30 Paare an solchen Tagungen und Seminaren teilnehmen zu lassen. Viele Gemeinden fragen uns an.

Bitte betet mit uns für den Frieden in unserem Land. Und möge der Herr es erlauben, daß wir die nötigen Mittel finden, um ein Telefon, einen Kopierer, einen Computer für unser FLM-Büro kaufen können. Wir benötigen dringend Hilfe, sowohl für die FLM-Arbeit als auch für das persönliche Überleben.“

Family Life Mission