BURUNDI

Viele Waisen und ein Schwimmwettbewerb

Mein Besuch im Jahre 2005 zusammen mit Familie Richter (ausführlicher Bericht im letzten Jahresbericht) hat der FLM-Arbeit neue Impulse gegeben. Neue Projekte wurden angestoßen und teilweise verwirklicht. Besonders das Projekt „Schulapotheke“ stieß auf ein gutes Echo.

Projekt „Schulapotheke“
Der Mangel an Hygiene und an Grundnahrung hat zur Folge, dass viele Menschen erkranken, hauptsächlich Kinder sind betroffen. Dies und die Tatsache, dass es vor Ort keinen Arzt und fast keine Medikamente gibt, haben die Verantwortlichen von FLM-Burundi dazu bewogen, uns um Hilfe zu bitten, damit sie eine kleine Apotheke einrichten und eine Krankenschwester einstellen können. Sie benötigen hauptsächlich Medikamente, um allgemein auftretende Krankheiten wie Erkältungen, Magen- und Darmprobleme etc. zu behandeln.

Dazu brauchen sie einen Raum, der als Apotheke dienen soll und in dem die Kinder behandelt werden können, sowie einige Regale und einen Kühlschrank, um die Medikamente aufzubewahren. Weil es in der Umgebung keinen Arzt gibt, und dazu noch die Straßen sehr schlecht (nicht asphaltiert) und gefährlich sind, ist auch geplant, eine Krankenschwester einzustellen. (Die Kosten für die Dauer von 3 Jahren sind im Projekt inbegriffen.)

Die Initiative, die Kinder im Zentrum zu empfangen, entstand, weil die vielen armen Kinder oder Waisenkinder in den Straßen herumirrten. Deshalb beschloss der Vorstand von FLM-Burundi im Jahr 2002, eine Klasse für Vorschulkinder zu eröffnen. Im Zentrum treffen sich 156 Kinder, 3 Lehrer, eine Assistentin und eine Köchin, die den Brei kocht, den die Kinder um 10.00 Uhr essen. 72 Kinder aus Burundi werden von Patenfamilien aus Deutschland unterstützt; viele gehen im Habakuk-Zentrum zur Schule, einige in Schulen in der Gegend. Alle Patenkinder werden jedoch von FLM-Leuten aus Burundi betreut.

Das Projekt der Schulapotheke wurde ganz von der Realschule in Freistett (in der Nähe von Kehl) finanziert. Die Schule organisierte ein Benefiz-Schwimmen.


Dazu ein Auszug des Zeitungsartikels von Peter Meier in der Kehler Zeitung:
(Mit freundlicher Genehmigung).

 

Benefiz-Schwimmen für Burundi
„Ein stolzes Ergebnis (13.290,97 Euro) brachte das 2. Benefiz-Schwimmen der Realschule Freistett, das die Sportlehrerin Annette Kleitsch im Dezember 2005 organisierte.

 

 

Alle Erwartungen wurden weit übertroffen! Die Beteiligten sind glücklich und stolz auf das, was Schüler und Lehrer erreichten (auch die Lehrer waren geschwommen!). Mit dem Ertrag kann nicht nur die Schulapotheke aufgebaut und ausgestattet werden, die künftig die medizinische Grundversorgung der Kinder im Habakuk-Zentrum sicherstellen soll.

 


Vorgesehen ist außerdem, daß jede der 13 Klassen die Patenschaft für ein Kind aus Burundi übernimmt. Der Schulleiter freute sich im Weihnachtsgottesdienst über den großen Einsatz der Schüler – sowohl beim Sammeln von Sponsoren als auch bei den sportlichen Leistungen. „Die ganze Schule hat sich beispielhaft dafür eingesetzt, dass Kindern in Not geholfen wird“, betonte dieser. Annette Kleitsch überreichte einigen Schülern einen Gutschein für den Europapark Rust. Insgesamt schwammen die Schüler 261 km, fast 50 km mehr als bei der ersten Aktion vor drei Jahren.“

Neue Klassenzimmer
Auch die nötigen weiteren vier Klassenzimmer für die vielen Kinder, die das Habakuk-Zentrum besuchen, konnten gebaut werden. Dies wird die Arbeit der Lehrer und Lehrerinnen erleichtern.

 

Rohbau der Klassenzimmer des Habakuk-Zentrums

 

Auf der „Wunschliste“ steht noch der Bau einer Haushaltsschule für Jugendliche, die nicht studieren können, und ein Fahrzeug für die Fahrten in Landesinnere.


Jahresversammlung, Seminare und ein Zentralbüro in Bujumbura
Manassé Nduwimana und sein Team sind trotz der Schwierigkeiten aktiv. Die politische Lage ist immer noch unsicher, und dann und wann hört man von Schießereien.

Manassé Nduwimana hat uns geschrieben, dass die Jahresversammlung 2005 gut verlief. Die Freude, sich zu treffen, ist enorm. Wegen der vielen Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, ist der Zusammenhalt und die Liebe untereinander stark.

Sie haben verschiedene Pläne. Sie möchten ein Basisseminar organisieren, um interessierte Leute für FLM zu gewinnen. Damit sie mehr Menschen in der Hauptstadt erreichen können, möchten sie ein Büro in Bujumbura eröffnen. Jedoch sind die Mieten hoch. Deshalb überlegen sie, ein Grund-stück zu kaufen und ein Büro zu bauen. Aber auch das ist teuer. Weil die FLM-Kasse leer ist, haben sie beschlossen, dass jedes Mitglied einen Beitrag zahlt.

Persönliches
Manassé Nduwimana hat Diabetes. Er war einige Wochen im Krankenhaus. Er hofft, dass er mit den neuen Medikamenten die Krankheit in den Griff bekommt.




Leiter der Gruppe:

Rev. Manassé et Carine Nduwimana
B.P. 2490
Bujumbura

Burundi

Afrique

 

_________________________________

 

  

     

 

 

 

Was Sie über Burundi wissen sollten

 

Burundi

ist ein Staat in Ostafrika und grenzt an Ruanda, Tansania und die Demokratische Republik Kongo. Der größte Teil der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo liegt im Tanganjikasee.

Geografie
Burundi ist einer der kleinsten Staaten Afrikas. Zwischen dem Viktoriasee und dem Tanganjikasee gelegen, wird das Land von einem Hochplateau (1.400 – 1.800 Meter) durchzogen, das allmählich auf über 2.700 Meter ansteigt. Dieses Randgebirge des Zentralafrikanischen Grabens fällt schließlich zum Innern der vom Tanganjikasee gefüllten Grabensenke steil ab.

 

 

Das Klima ist tropisch-wechselfeucht mit zwei Regenzeiten. Die Temperaturen werden durch die Höhenlage gemildert. Niederschlag fällt durchschnittlich 1.000 mm im Jahr. Zur artenreichen Tierwelt zählen Leoparden, Löwen, Paviane, Zebras und Antilopenarten. In den Flüssen leben Krokodile und Flusspferde.

Bevölkerung
Größte Bevölkerungsgruppe mit 85 Prozent sind die Hutu, die wie fast alle Ruander die Bantusprache Kirundi sprechen, 14 Prozent der Bevölkerung gehören zur Ethnie der Tutsi, den Rest bilden die Twa (1%), ein Volk, das traditionellerweise zu den "Pygmäen" gerechnet wird. Die königliche Familie, die Ganwa, werden häufig als eigene Ethnie gesehen, zeigen allerdings starke Parallelen zu den Tutsi auf. Schon seit Jahrhunderten übten die Tutsi die Vorherrschaft über die Bevölkerungsmehrheit der Hutu aus; dies führt immer wieder zu Konflikten. Viele Einwohner sind in die Nachbarländer geflohen. Rund 62 Prozent der Burundier sind Christen (vor allem Katholiken), eine Minderheit bekennt sich zum Islam.

Wirtschaft
Landwirtschaft
Burundi ist ein typisches Agrarland. Der Lebensunterhalt von etwa 85% der Einwohner ist von der Landwirtschaft abhängig. Angebaut werden vor allem Bananen, Maniok, Mais, Süßkartoffeln, Reis und Gemüse. Für den Export werden insbesondere Kaffee und Baumwolle gewonnen.
Burundi hat einen relativ hohen Viehbestand, doch ist die Produktivität und die Verwertbarkeit ziemlich gering. Exportiert werden lediglich Häute und Felle von Rindern, Ziegen und Schafen.
Fischerei ist möglich auf dem Tanganjikasee; dem Fischfang kommt angesichts des großen Mangels an eiweißhaltiger Nahrung große Bedeutung zu.

Bodenschätze
Bodenschätze sind vor allem Nickel, Kobalt, Uran und Kupfer.

Staatsausgaben

für Gesundheit, Bildung und Verteidigung
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
das Gesundheitswesen bei 2%
das Bildungswesen bei 15%
das Militär bei 23%

Wissenswertes
Burundis Waldfläche weist weltweit den größten prozentualen Rückgang auf: minus 9% (zwischen 1990 und 2000).
Burundi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt: noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auf 58%.

 

 

 

 


 

Family Life Mission