Family Life Mission Ghana in Aktion
Die Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun. Probleme in Ehen und Familien sind so gewaltig geworden, dass überall in den Medien davon gesprochen wird. Themen wie Untreue, Scheidung, Missbrauch beschäftigen die ghanäische Gesellschaft. Selbst Christen bleiben nicht verschont. FLM hat neue Mitglieder als Berater ausgebildet und bietet immer wieder Fortbildungen an, weil die Anfrage nach Beratung immer größer wird und die Probleme immer heikler. Thomas und Florence Havor waren zum Beispiel Gastredner in einer Gemeinde, in der es viele Probleme gab: Betrug unter den Gemeindegliedern, Verleumdung, Probleme mit Familienangehörigen und Arbeitskollegen. Havors sprachen gezielt über Vergebung. Die 800 Anwesenden waren tief bewegt und baten einander um Vergebung.
Wie viele andere Gruppen hat auch FLM-Ghana finanzielle Probleme. Die Mitarbeiter hatten die gute Idee, ein festliches Abendessen mit einem Vortrag zu organisieren, damit die Kasse sich wieder ein wenig füllt.
Anfang des Jahres fand ein Fortbildungsseminar statt, das die Gruppe - gezwungenermaßen – allein durchführen musste. Die Geschwister hatten mit mir gerechnet, ich musste jedoch meine Reise wegen anderer Termine absagen. Das Seminar wurde ein Erfolg und ein Schritt zum selbständigen Arbeiten!
Hier einige Eindrücke vom Fortbildungsseminar 2006
„Sind wir denn auch blind?“
„Wir sind Gott dankbar für Seine Liebe und Gnade, die er uns wieder einmal ganz konkret zeigte. Wir können behaupten, dass Gott uns ein erfolgreiches Fortbildungs-seminar schenkte. Dieses Seminar in Takoradi (eine Stadt im Westen Ghanas, 240 km von Accra entfernt) wird uns lange in Erinnerung bleiben. Die meisten Teilnehmer waren Pastoren oder zukünftige Pastoren. Darüber freuten wir uns, denn es war schon immer unser Traum gewesen, diese Gruppe zu erreichen. Einige dieser Teilnehmer waren von dem Gesagten sehr angetan und fragten sich wie die Pharisäer in Johannes 9, 40: „ Sind wir denn auch blind?“ Und tatsächlich gingen vielen die Augen auf.
Dabei waren die Anfänge schwierig. Als Referent hatten wir eigentlich V. Gscheidle geplant. Doch dies war nicht möglich. Als wir es erfuhren, waren die Vorbereitungen schon so weit fortgeschritten, dass wir nichts mehr rückgängig machen konnten. Uns war bange, doch wir mussten das Seminar allein durchführen. Es blieb uns keine andere Wahl. Also beteten wir und suchten Gottes Hilfe, und wir können wie Jeremia sagen: „Die Treue (des Herrn) ist groß!“ (Klagelieder 3, 23). Es beteiligten sich 13 Ehepaare und 28 Verheiratete, die ohne ihren Partner kamen. Die meisten Pastoren versprachen, FLM in ihren Gemeinden bekannt zu machen und Seminare anzubieten.
Einige, die nicht am ganzen Seminar teilnehmen konnten, kamen zum Eröffnungsgottesdienst. An einem Abend während des Seminars boten wir einen „Eheabend“ an, der auch für Nicht-
Teilnehmer offen war. Für diesen Abend wurde im Radio Werbung gemacht. Die Zuhörerschaft und der Enthusiasmus waren groß. Es war bewegend zu sehen, wie Paare sich in den Armen lagen und zusammen beteten.
Am Ende des Seminars äußerten einige den Wunsch, Mitglied von FLM zu werden. Deshalb wurde in Takoradi eine kleine Zelle gegründet, die die Nacharbeit übernehmen und sich um die neuen Mitglieder kümmern wird.
Gott hat uns gesegnete Tage geschenkt. Es war sehr hektisch, doch Er gab uns die Kraft durchzuhalten. Wir danken Rev. Kwofie und Rev. Sarpong, unsere Verbindungsleute in Takoradi, die viel geleistet haben. Wir danken FLM-International für die finanzielle Unterstützung, und letztendlich danken wir denjenigen, die für das Gelingen des Seminars gebetet haben.
Kweku Hazel, Leiter von FLM-Ghana
Ein Ehepaar erzählt:
Wir sind seit 4 Jahren verheiratet und haben 2 kleine Töchter. Schon kurz nach der Hochzeit und den wunderschönen Flitterwochen merkten wir, dass der Spaß zu Ende war. Wir wurden mit den Realitäten des Ehelebens konfrontiert und entdeckten, dass Liebe mehr bedeutet, als den/die Richtige/n zu finden und Kinder zu zeugen. Es bedeutet lernen, mit jemandem zu leben, mit dem man nicht immer leben möchte und ohne den man jedoch nicht leben kann!
Wir hatten Probleme damit, uns anzunehmen, und manchmal fragte ich mich, ob es richtig war zu heiraten. Doch ich traute mich nicht, meine Zweifel und meine Unzufriedenheit auszusprechen – aus Angst vor den Folgen. Wir merkten beide, dass unsere Ehe ins Wanken geriet und Hilfe brauchte. Wir wussten aber nicht, was zu tun wäre.
Das FLM-Seminar kam zur rechten Zeit. Wir hörten vieles, was wir nicht wussten. Am Ende des Seminars beschlossen wir, neu anzufangen – mit Jesus als Drittem im Bunde! Seine Frau fügte hinzu: „Ich kann jetzt meinem Mann sagen ‚Ich liebe Dich‘, und ich meine es auch wirklich so!“
Eric und Praise
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Leiter der Gruppe:
Rev. Kweku und Georgette Hazel
P.O. Box
Accra-North
Ghana
Africa
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Was Sie unbedingt über Ghana wissen sollten
Ghana (früher Goldküste) liegt in Westafrika und grenzt an Côte d'Ivoire, Burkina Faso, Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea (Atlantik). Der Volta-See ist der größte Binnensee Ghanas.
Geografie
Die 540 Kilometer lange Küste ist wenig gegliedert. Von der Küstenniederung steigt das Land zum Hochland von Ashanti an (300–800 m. ü. M.). Nordöstlich schließt das Voltabecken an. Das Land entwässert größtenteils über den Volta, der in seinem Unterlauf durch den Akosombo-Staudamm zum größten Stausee der Erde aufgestaut wird.
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Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Norden um 1.000 mm, im westlichen Küstenabschnitt bis zu 2.200 mm. Bei Accra erreicht sie kaum 800 mm. Nur im feucht heißen Südwesten wächst immergrüner Feuchtwald, der in regengrünen Feuchtwald übergeht. Die Waldbestände sind durch die fortschreitende Rodung bedroht. Landeinwärts folgen Feuchtsavanne und Trockensavanne.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Accra (1.963.460 Einwohner), Kumasi (1.468.797 Einwohner), Tamale (360.644 Einwohner), Tema (353.556 Einwohner) und
Sekondi-Takoradi (330.000 Einwohner).
Vegetation
In Ghana überwiegen drei verschiedene Vegetationszonen. Der tropische Regenwald und der Feuchtwald befinden sich im Südwesten des Landes, der Norden und der mittlere Teil des Landes sind von der Feuchtsavanne gekennzeichnet, die in Baum- und Grassavanne unterteilt wird. Außerdem besteht ein schmaler Streifen der Küste auch noch als Küstensavanne. Im immergrünen tropischen Regenwald findet man die üppigste Vegetation des Landes. Er ist sehr artenreich. Die ganzjährig konstante Temperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit fördern das Pflanzenwachstum sehr. Die Fläche an tropischem Regenwald betrug ursprünglich 85.000 km². Innerhalb von 50 Jahren schrumpfte die Fläche um mehr als die Hälfte auf 40.000 km².
Bevölkerung
Die wichtigste ethnische Gruppe Ghanas sind die Akan (rund 41%). In Ghana herrscht eine große Sprachvielfalt mit je nach Definition zwischen 46 und mehr als 100 Sprachen; die Amtssprache ist Englisch.
Die Mehrheit der Bevölkerung, weniger als 60%, hat den christlichen Glauben. Daneben existieren vor allem im Norden Minderheiten von Anhängern indigener Religionsgruppen (etwa 23% der Bevölkerung) und Muslimen (über 16% der Bevölkerung).
Die Lebenserwartung lag 2002 bei Männern bei 55,3 Jahren und bei Frauen bei 57,9 Jahren. Das Pro-Kopf-Einkommen (BSP) lag bei ca. 300 Euro.
Soziale Situation
Die vorherrschende Gesellschaftsstruktur ist die Großfamilie, die einerseits für jeden Hilfe und Unterstützung bereithält, andererseits aber auch ihren „Zoll“ verlangt, und viele müssen bis zur Hälfte ihres Lohnes an die Familie abtreten. Diese Strukturen weichen allerdings in den Städten immer mehr auf.
Im ganzen Land ist eine starke Wanderung Richtung Süden zu spüren. Jugendliche aus der Zentralregion Ghanas ziehen nach Accra und Tema, um dort Arbeit zu finden, während Jugendliche aus den nördlichen Gebieten Zuflucht in Städten wie Kumasi und Sunyani suchen. Da ihr Ausbildungsstand meistens gering und das Arbeitsangebot begrenzt ist, landen sehr viele dieser Jugendlichen auf der Straße. Der Ausbildungsstand der Bevölkerung ist insgesamt relativ niedrig. Es besteht eine 9-jährige Schulpflicht, dennoch sind immer noch um die 29,5 % der Bevölkerung Analphabeten.
Geschichte
An der Goldküste genannten Küste Ghanas reihten sich seit dem 17. Jahrhundert die befestigten Niederlassungen europäischer Mächte (Portugiesen, Engländer, Niederländer, Brandenburger, Schweden, Dänen) in einer Dichte aneinander, wie in keinem anderen Gebiet Afrikas. Im Jahr 1874 erklärten die Briten den Küstenstreifen zur Kronkolonie. Das Ashantiland im Innern des Landes und die Nordterritorien nördlich davon wurden endgültig 1901 annektiert. 1925 kam es zu einer Verfassungsreform. Am Zweiten Weltkrieg nahmen über 40.000 Soldaten aus der Goldküste auf der Seite des British Empire teil. 1947 bildete sich die 'United Gold Coast Convention', zu deren Sekretär Kwame Nkrumah ernannt wurde. Dieser und weitere Führer der UGCC werden ein Jahr später nach Unruhen in Accra vorübergehend inhaftiert. Dieses Jahr kann als Wendepunkt in der ghanaischen Geschichte angesehen werden. Großbritannien schlug vor, eine von der Bevölkerung gewählte Kammer einzurichten, um den Weg zur Selbstverwaltung zu ebnen.
In den folgenden zwei Jahren machte vor allem die Nationalbewegung um Kwame Nkrumah - der die 'Convention People's Party' (CPP) gegründet hatte - von sich reden. Sie organisierte Boykotte, Streiks und forderte von Großbritannien „Self-Government Now!“. 1950 wurde Nkrumah von den Briten inhaftiert. Dennoch konnte die CPP bei den anstehenden Wahlen einen großen Sieg erringen. 1951 gewann sie die Wahlen mit überwältigender Mehrheit. Nkrumah wurde freigelassen und umgehend in die Regierung aufgenommen. Seit 1952 war er Premierminister.
Der Weg in die Unabhängigkeit sechs Jahre später war geebnet. Am 6. März 1957 wurden die Goldküste und das Ashantiland als Ghana unter Premierminister Nkrumah unabhängig.
Die Verbindungen nach Großbritannien wurden jedoch nicht gekappt. Als erstes schwarz-afrikanisches Land wurde es volles Mitglied im Commonwealth of Nations. Der Staatsmonopolismus führte indes zu wirtschaftlichen Problemen und Korruption.
1966, 1972, 1978 und 1979 kam es jeweils zu einem Militärputsch, auch diese Regierungen wurden der Schwierigkeiten nicht Herr. 1981 putschte der Fliegerleutenant Jerry Rawlings, nachdem er zwischenzeitlich die Macht an eine demokratisch gewählte Regierung zurückgegeben hatte, ein zweites Mal und herrschte zunächst autokratisch-diktatorisch. Während seiner Herrschaft verhalf er Ghana u.a. mit Hilfe der Weltbank wieder zu wirtschaftlicher Stabilität. 1992 gab er Ghana eine demokratische Verfassung, in der freie Wahlen, Meinungs- und Pressefreiheit, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Gleichheit vor dem Gesetz garantiert werden. Die von der UNO festgeschriebenen Menschenrechte werden ebenso anerkannt. Nach den Wahlen 1993 und 1996 herrschte Rawlings als gewählter Präsident weiter. Nachdem er nach der Verfassung bei den Wahlen 2000 nicht ein drittes Mal antreten durfte, gewann John Agyekum Kufuor. Er wurde bei den letzten Wahlen im Dezember 2004 im Amt bestätigt.
Wirtschaft
Das Bruttosozialprodukt hatte im Jahr 2002 eine Höhe von 4,7 Mrd. Euro. Es wuchs im Jahr 2003 real um 5,2 % bei einer Inflationsrate von 23,6 %. Die wirtschaftliche Lage hat sich seit dem Jahr 2001 etwas stabilisiert. Die Regierung schloss sich dem Entschuldungsprogramm der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die am höchsten verschuldeten Länder an. Die Wirtschaftspolitik gilt als schlüssig. Dennoch zählt Ghana nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt: noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auf 45%.
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für das Gesundheitswesen bei 7% das Bildungswesen bei 22%
das Militär bei 5%
Rohstoffe
Ghana ist weltweit einer der wichtigsten Goldförderer (welches 32% der Exportgüter ausmacht) und zugleich auch der zweitgrößte Produzent von Kakao (20%), nach der Elfenbeinküste. Importiert werden vor allem Maschinen, Transportausrüstungen, Brennstoffe und Nahrungsmittel (insbesondere Fleisch).
Kultur
Die ghanaische Gesellschaft legt sehr viel Wert auf Harmonie, Aggressionen sind unüblich. Das Christentum spielt eine bedeutende Rolle.
Wirtschaftlich führend sind vor allen Dingen libanesische Immigranten.
In Ghana gibt es eine Vielfalt verschiedener Sprachen. Neben dem Englischen als offizieller Landessprache fungieren drei afrikanische Sprachen als Verkehrssprachen: In Südghana geht der Einfluss des Akan über die gut 8 Millionen Muttersprachler hinaus, da mehrere Millionen Menschen es als Zweitsprache sprechen. In Ostghana ist Ewe verbreitet, und in Westghana hat das More-Dagbane die Funktion einer Verkehrssprache. Unter den Muslimen und in Nord- und Zentralghana wird häufig zwischen den Ethnien Haussa und Fulfulde verwendet.
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