Madagaskar

FLM auf Madagaskar - der großen Insel

Fortbildungsseminar 2005
Seit dem ersten Seminar sind 5 Jahre vergangen. 2003 fand das zweite Seminar mit etwa 15 Paaren statt, und nun war ich gespannt, was aus der Arbeit geworden ist.

25 Paare waren gekommen. So viele wie noch bei keinem der vorausgegangenen Seminare. Alle hatten das Basisseminar unter der Leitung der Geschwister aus Madagaskar durchlaufen. Die Gruppe war gewachsen. Gott hat gewirkt.

Das Thema „Das Syndrom der vernachlässigten Frau“ half seelsorgerliches Wissen zu vertiefen, aber auch an der eigenen Beziehung zu arbeiten. Wie erkenne

 

Workshop

 

ich „Ehekrankheiten“ – wie kann ich Betroffenen helfen. Richtig erkennen – richtig helfen. Wir haben dies gelernt durch: Vorträge, Fragen stellen, Fragebogen beantworten und mit dem Partner darüber reden und nicht zuletzt durch Fallbesprechungen aus dem Alltag.

 

Durch die intensiven Gespräche gab es Heilung von Verletzungen, Vergebung wurde zugesprochen und der unterbrochene Dialog zwischen den Partnern wieder hergestellt.

Diese persönlichen Gespräche füllten die Abende aus. Ebenso den Samstag und Sonntag. Auch Montag, am Tag meiner Abreise, gingen die Gespräche weiter.

Zeugnisse und Erfahrungen
Mein Mann und ich hatten große Eheprobleme: er ging fremd. Es war schrecklich für mich. Doch ich danke Gott, weil er mir die Kraft gegeben hat zu vergeben. Die Vergebungsbereitschaft ist wichtig für jeden Menschen, besonders in der Ehe.

Seit der Gründung von FLM-Madagaskar nahmen wir an den 3 Seminaren teil. Viele Dinge haben sich bei uns geändert.

Wir haben einiges über uns und über unsere Bedürfnisse entdeckt. Wir konnten über vieles reden. Über Jahre hinweg hatten wir das nicht getan. Ich konnte früher meinem Mann meine Gefühle nicht offenbaren. Wir haben gelernt, dass wir mehr Zeit zusammen verbringen sollen.

„Man denkt oft, ein Pfarrer habe keine Probleme in seiner Ehe oder in seinem Leben – und wenn er welche hat, führt man es auf Probleme in seinem Glaubensleben zurück. Wir dachten, alles sei perfekt, weil wir keine wirklichen Probleme hatten. Viele andere sahen es auch so und suchten Rat bei uns. Doch an dem Fortbildungsseminar stellten wir fest, dass auch wir einige Punkte klären mussten, die uns belanglos schienen.

 

Die Beiden singen ihr Zeugnis


Die 3 Eheseminare, an denen wir im Laufe der Jahre teilgenommen haben, haben uns sehr geholfen. Sie hatten positive Auswirkungen auf unsere Ehe, unsere Kinder und die Ehepaare, die wir ausbilden oder beraten.

Wir sind erst seit 2 ½ Jahren verheiratet, doch wir haben schwerwiegende Eheprobleme, so dass es beinahe zum Ehebruch und zur Trennung kam. Als wir kamen, standen wir sozusagen vor einem Abgrund: wir redeten kaum noch miteinander

und hatten woanders als in der Ehe Freude und Vergnügen gesucht. Während des Seminars merkten wir, an was wir in unserer Beziehung „vorbeigegangen“ waren. Vieles hätte anders sein können. Die Ehe ist wie ein Liebesgarten. Unsere Ehe hätte es auch sein sollen, doch der Boden wurde nicht richtig vorbereitet. Wir haben beschlossen, uns zu ändern. Wir wollen das Glück in unserer Ehe suchen und finden, koste es, was es wolle. Eine Ermutigung am Ende des Seminars war das Lachen meiner Frau. Ich hatte sie schon lange nicht mehr lachen hören.

Wir beten, dass Gott uns hilft und dass Er das Band wird, das unsere Ehe hält, denn ‚eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei‘ (Prediger 4,12).“

Sich selbst kennen und den Ehepartner gut kennen hilft uns, unsere Fehler anzunehmen. Wir können uns und den Partner annehmen, so wie er ist, und ihm helfen, vorwärtszugehen. Es hat einen positiven Einfluss auf die Familie und die anderen um uns.“

Ein trauriges Ereignis überschattet den Rückblick auf diese segensreiche Zeit.

Vola, Ärztin in einer Klink verstarb nach der Geburt ihres zweiten Kindes.

 

Vola während des Seminars

 

Sie nahm am Seminar teil, ihr Mann war beruflich leider verhindert und kam nur am Abend.

 

 

 

 


Leiter der Gruppe:

M. et Mme Dr. Benja et Zoe Rakotoson
20 G 215
Andranomadio
110 Antsirabe,
Madagascar,
Afrique

 

 

 

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Wisenswertes über Madagaskar

 

Flagge von Madagaskar

 

Die Republik Madagaskar ist nach Indonesien der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat der Welt. Die Präsidialrepublik mit Mehrparteiensystem liegt im Indischen Ozean vor der Ostküste Afrikas mit einer Küstenlänge von 4.828 km.

 

 

Geografie
Madagaskar wird auch der „achte Kontinent“ genannt. Diese Bezeichnung rührt aber weniger von der Größe der Insel her als von ihrer isolierten Entwicklung, die eine sehr eigenständige Natur entstehen ließ: Madagaskar wurde vor 150 Millionen Jahren von Afrika und vor 90 Millionen Jahren von Indien getrennt.

Durch seine lange geographische Isolation beherbergt Madagaskar eine einzigartige Fauna. Urtümliche Tiergruppen wie die Lemuren und andere Halbaffen kommen nur hier vor. Die Raubtiere sind auf Madagaskar nur durch einige Arten abweichender Schleichkatzen vertreten, die Fossa, die Fanaloka und den Falanuk. Eine weitere rein madagassische Tiergruppe sind die igelähnlichen Tenreks. Die Bernierente, die heute zu den seltensten Wasservögeln der Welt gehört, ist ein weiteres Beispiel. Dafür fehlen auf der Insel viele Arten wie zum Beispiel Affen und Giftschlangen.

Die Insel ist ursprünglich nahezu komplett bewaldet gewesen. Die küstennahen Zonen sind dabei von tropischem Tieflandregenwald bedeckt. Von den ursprünglichen Regenwäldern sind nur noch 4 % erhalten. Die größten zusammenhängenden Regenwaldflächen, die noch existieren, liegen auf der Masoala-Halbinsel.
Das zentrale Madagaskar ist eine Hochebene mit durchschnittlichen Höhen von 1.100 m. Es fällt nach Osten schroff und steil ab, während der Anstieg im Westen sanfter ausfällt. Das Plateau gipfelt im Maromokotro, dem mit 2.876 m höchsten Berg der Insel. Auf dem Plateau ist das Klima gemäßigt.
Die größten Städte sind (Stand Januar 2005): Antananarivo (1.391.506 Einwohner), Toamasina (206.390 Einwohner), Antsirabe (182.804 Einwohner) und Fianarantsoa (167.240 Einwohner).

Bevölkerung
Die Madagassen bilden eine kulturell homogene Bevölkerungsgruppe, bestehend offiziell aus 18 miteinander verwandten Bevölkerungsgruppen (foko). Die kulturelle Einheit drückt sich insbesondere durch die gemeinsame Sprache (Madagassisch) aus, wobei die ethnischen Gruppen über einige Dialekte verfügen.
Im Allgemeinen leben die Madagassen sehr traditionsbewusst, wobei ausländische kulturelle Einflüsse im Laufe der Zeit immer wieder integriert worden sind, vor allem in den Städten. Dem umfangreichen kulturellen Reichtum gegenüber steht eine weit verbreitete materielle Armut, verursacht durch jahrzehntelange aus- und inländische Ausbeutung und mehrere jährliche Naturkatastrophen (Wirbelstürme, Dürre).
Das große Bevölkerungswachstum in Verbindung mit dem traditionellen Abbrennen von Wald für landwirtschaftliche Zwecke und der Rodung für Bau, Heizmaterial und andere Zwecke bewirkt große ökologische Probleme. Die Waldfläche ist seit den 1950er-Jahren massiv geschrumpft.

Nationalitäten:

zu rund 98% Madagassen,
etwa 100.000 Komorer,
35.000 Franzosen,
29.000 Inder und
27.000 Chinesen.


Religion
52 % madagassischer Glauben (Monotheismus, Ahnenverehrung), 41 % Christentum (23 % römisch-katholisch, 18 % Protestanten), 0,1 % Zeugen Jehovas, 7 % Islam.

Geschichte
Über die Besiedlung der Insel, die vermutlich vor etwa 1.500 bis 1.200 Jahren stattgefunden hat, ist wenig bekannt. Die Ureinwohner Madagaskars waren nicht, wie man vermuten könnte, Afrikaner. Die ersten Siedler gehörten der malaio-polynesischen Sprachgruppe an und kamen aus Südostasien. Unklar ist, ob sie auf direktem Weg oder in mehreren Etappen ihr Ziel erreichten. Weitere Einwanderungswellen brachten kleinere Gruppen von Afrikanern, Indern und Arabern ins Land. Besonders letztere beherrschten bis ins 19. Jahrhundert hinein große Teile des madagassischen Außenhandels.

Am 10. August 1500 sichtete der portugiesische Seefahrer Diogo Dias als erster Europäer Madagaskar und nannte die Insel São Lorenço. Später erschien die Insel auch unter dem Namen Santa Apolonia auf den Karten der Portugiesen.

Das Königreich Madagaskar
Mit Beginn der Herrschaft des Andrianampoinimerina (1787-1810) kann man von der politischen Einigung der Insel Madagaskar und damit vom Königreich Madagaskar sprechen.
Er erließ viele Gesetze und organisierte die Verwaltung des Landes und gilt bis heute als ein bedeutender Herrscher des Landes.
Radama I. (1810-1828) folgte seinem Vater auf den Thron. Er öffnete die Insel vorsichtig gegenüber dem Ausland, wobei er vor allem Kontakte zu den Engländern suchte, die sich mit den Franzosen um die Vorherrschaft im indischen Ozean stritten. Er reorganisierte die Armee nach englischem Vorbild. Während seiner Regierungszeit gab es erste industrielle Ansiedlungen der Engländer an der Ostküste. Englische Missionare übersetzten die Bibel in das Madagassische und führten die lateinische Schrift ein.

Kolonialzeit
Auf der Kongo-Konferenz 1885 wurde Madagaskar Frankreich als Interessengebiet zugesprochen. 1896 konnte sich Frankreich gegen den Widerstand der Madagassen etablieren; als Symbol der Machtübernahme wurde noch im gleichen Jahr die letzte Königin von Madagaskar abgesetzt.
Während der Kolonialzeit (1896-1960) herrschten die Franzosen auf der Insel Madagaskar mit brutaler Militärgewalt. 1945 wurde die Unabhängigkeitsbewegung gegründet. Nach mehreren Aufständen wurde Madagaskar 1958 Republik in der Communauté Française und erlangte am 26. Juni 1960 schließlich die Unabhängigkeit. 1971 wurde das Land von Bauernunruhen erschüttert. Zwischen 1972 und 1975 herrschte eine Militärdiktatur.

Ende der Kolonialzeit und Republik
Ab 1975 herrschte ein sozialistisches Regime, das sich erst Anfang der 1980er Jahre wieder dem Westen näherte. Eine neue Verfassung beschränkt seit 1992 die Macht des Präsidenten. Durch sie wurde Madagaskar zu einer Präsidialrepublik, deren erster Präsident aber nach vier Jahren abgesetzt wurde, da er seine verfassungsmäßigen Kompetenzen überschritt. Daraufhin wurde 1996 Didier Ratsiraka von der Einheitspartei Association pour la Renaissance de Madagascar (AREMA) mit knapper Mehrheit zum neuen Präsidenten gewählt, aber erst nach einigem Zögern des Verfassungsgerichts vereidigt.


Bei den Präsidentschaftswahlen am 16. Dezember 2001 erhielt Marc Ravalomanana offiziell anfangs keine absolute Mehrheit (46 %). Er weigerte sich aber, sich einem zweiten Wahldurchgang zu stellen, da er seinen Informationen nach 52 % der Stimmen erhalten hatte. Am 28. April gab das Verfassungsgericht ein neues Ergebnis heraus, wonach er mit 51,3 % (gegenüber 35 % für den bisherigen Präsidenten) gewonnen hatte. Ravalomanana wurde vom Verfassungsgericht zum Sieger erklärt. Dazwischen lagen turbulente Monate mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Der bisherige Präsident Didier Ratsiraka floh, Ravalomanana rief zu Generalstreiks auf, und es gab 30 bis 40 Tote. Auch wenn sich die Lage mittlerweile wieder stabilisiert hat, sind die Unzufriedenheit und Armut der Bevölkerung weiterhin sehr groß. Auch von der Wirtschaftskrise infolge der Unruhen hat sich Madagaskar nach wie vor nicht vollständig erholt.

Wirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2003 4,54 Mrd. Euro (2002: 3,8 Mrd. Euro), das sind 271 Euro pro Person (2002: 231 Euro/Person). Madagaskar zählt damit nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt.

Außenhandel
Madagaskar exportiert vor allem Kaffee, Fischereiprodukte, Vanille, Nelken und Zucker. Importiert werden Nahrungsmittel, Investitionsgüter, Konsumgüter und Erdöl.

 

 


Family Life Mission