Madagaskar

Aufbruch in Madagaskar
Es herrscht eine kleine „Erweckung“ bei FLM-Madagaskar. Die Paare sind offen für Neues. Viel mehr aber offen, das Gelernte weiterzugeben. Viele Seminare haben unsere Freunde in verschiedenen Regionen der Insel gehalten und neue Zellen und Gruppen gebildet. Dies ist eine erfreuliche Entwicklung nach der Periode des Aufbaus. Die vier vorausgegangenen Seminare bauten das Fundament der Gruppe. Zuerst das Basisseminar 1, im Seminar 2 behandelten wir die „Grundlagen der biblischen Seelsorge“. Seminar 3 stand unter dem Thema „Das Syndrom der vernachlässigten Frau“ und Seminar 4 unter dem wichtigen Thema „Seelsorge und Sexualität“.

Das Fortbildungsseminar 5, für unsere Eheberater im November 2008, stand unter dem Thema „Konflikte – wie sie entstehen und wie wir damit umgehen lernen.“ Wir waren 15 Ehepaare.


Bei der Arbeit …

Alle Paare hatten schon an den vier vorausgegangenen Seminaren teilgenommen. Fünf verschiedene „Methoden“, mit Konflikten umzugehen, haben wir miteinander betrachtet:

1. Konflikte vermeiden. Wir verschließen unsere Augen vor dem Konflikt.
2. Sich mit dem Konflikt „abfinden“. Es ist oder er/sie ist „halt“ so.
Ich kann nichts daran ändern.
3. Kompromisse schließen (faule oder echte). Dies ist nicht immer die gute Lösung.
4. Konkurrenzkampf. Wir wollen wissen, wer der „Stärkere“ ist.
5. Konflikte gemeinsam anpacken. Schließlich müssen wir lernen, wie wir Konflikte gemeinsam anpacken, gemeinsame Lösungen finden, damit die Partnerschaft daran wachsen und reifen kann.

Wir haben gemeinsam gelernt, wie wir, trotz der alltäglichen Konflikte, im „Kreis der Versöhnung“ bleiben können. Konflikte sind in und um uns. Wir sollten bereit sein, sie anzugehen und zu lösen. „Es hat mich sehr betroffen gemacht, zu sehen, dass „vermiedene und nicht gelöste Konflikte“ verstärkt zurückkommen und es immer schwieriger wird, eine Lösung zu finden“, sagte ein Teilnehmer. Viel Zeit wurde gegeben, um im persönlichen Ehegespräch die vorhandenen Probleme aufzuarbeiten.


Seminarküche und Koch … und das Essen hat gut geschmeckt …

Zeugnisse
Die Dialogfragen haben uns sehr geholfen – um uns besser kennen zu lernen. Ich habe auf diese Weise viel über meine Frau gelernt. Wir können jetzt offen miteinander reden.

Jahrelang ging es unserer Ehe nicht gut. Wir waren wie in einem Tunnel und sahen kein Licht. Es wurde immer schlimmer, und die ungelösten Probleme häuften sich immer mehr. Wir versuchten, mit allen Mitteln dagegen anzukämpfen. Wir besuchten Eheseminare, lasen Bücher… machten den anderen mit unseren Problemen das Leben schwer. Es gab Streit,


Eine fröhliche Gruppe …

Geschrei und Tränen… Es half alles nichts, und wir waren unglücklicher denn eh und je. Auch unsere Kinder litten unter dieser Situation. Doch eines Tages sagten wir uns: „Jetzt ist Schluss! Wir legen die Waffen nieder und suchen wirklich Hilfe!“ Wir hatten eingesehen, dass wir Gottes Hilfe brauchten. Und das Wunder geschah. Wir danken Gott und den FLM-Leuten, die uns in dieser schwierigen Phase begleitet haben.

P.S.: Wir sind seit 18 Jahren verheiratet und hatten vorher schon Eheseminare besucht.
Also gibt es Hoffnung für alle, auch für Paare, die schon jahrelang Probleme haben!



Ich habe verstanden, dass ich meiner Frau öfter sagen muss, welchen großen Wert sie in meinen Augen hat. Sie braucht diese Bestätigung.

Mir wurde klar, dass es im Leben Konflikte gibt, und es wird sie auch immer geben, bis an unser Lebensende – auch in der Ehe. Das ist normal. Doch ich kann lernen, mich zu versöhnen. Dann ist es leichter, damit zu leben. Gott hilft uns dabei.

Beim Seminar wurde der „wunde Punkt“ unserer Beziehung angesprochen: unsere unterschiedlichen Auffassungen, wie unser Geld zu verwalten sei. Mein ganzer aufgestauter


Austausch …

Groll kam hervor. Wir konnten nicht mehr miteinander reden, und ich wollte das Seminar verlassen, meinen Mann nicht mehr sehen. Die Leiter des Seminars haben unsere Spannungen gespürt und zu einem Gespräch eingeladen. Es hat uns weitergeholfen. Am Anfang des Gesprächs hatten wir finstere Mienen, nach dem Gespräch hatten wir wieder ein Lächeln auf dem Gesicht, denn es gibt Hoffnung! Volker Gcheidle

Politische Wirklichkeit …
Seit Anfang des Jahres ist das Land von politischen Unruhen erschüttert.


Andry Rajoelina – genannt TVG … oder ICE …

Andry Rajoelina, der junge Bürgermeister der Hauptstadt Antananarivo, hat die Macht an sich gerissen. Er ist 35 Jahre alt und wird im Volksmund TGV, sprich ICE, genannt. (Laut Verfassung muss der Präsident des Landes mindestens 45 Jahre alt sein). Bei Demonstrationen sind viele verletzt worden und umgekommen. Inzwischen bricht die Wirtschaft zusammen, und viele Menschen haben Brot und Arbeit verloren, weil auch Geschäfte und Industriezweige geplündert und zerstört wurden. Der Präsident des Landes Marc Ravalomanana trat unter dem Druck des Militärs, das sich auf die Seite von Andry Rajoelina geschlagen hatte, zurück. Im Augenblick läuft eine Verhaftungswelle, der die Politiker der abgesetzten Regierung zum Opfer fallen.




Andry Rajoelina im Schutz des Militärs

Benja und Zoe Rakotoson, die Leiter von FLM schreiben, dass auch ihre Kinder traumatisiert wurden durch die Demonstration und Schüsse, die gefallen sind. Sie brauchen unser Gebet in dieser kritischen Zeit. Noch ist von den FLM Freunden niemand zu Schaden gekommen.
Dafür sind wir dankbar.







































Leiter der Gruppe: Dr. Benja und Zoe Rakotoson
M. et Mme Dr. Benja et Zoe Rakotoson
20 G 215
Andranomadio
110 Antsirabe, Madagascar,
Afrique
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Die Republik Madagaskar ist nach Indonesien der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat der Welt. Die Präsidialrepublik mit Mehrparteiensystem liegt im Indischen Ozean vor der Ostküste Afrikas mit einer Küstenlänge von 4.828 km.

Geografie
Madagaskar wird auch der „achte Kontinent“ genannt. Diese Bezeichnung rührt aber weniger von der Größe der Insel her als von ihrer isolierten Entwicklung, die eine sehr eigenständige Natur entstehen ließ: Madagaskar wurde vor 150 Millionen Jahren von Afrika und vor 90 Millionen Jahren von Indien getrennt.

Durch seine lange geographische Isolation beherbergt Madagaskar eine einzigartige Fauna. Urtümliche Tiergruppen wie die Lemuren und andere Halbaffen kommen nur hier vor. Die Raubtiere sind auf Madagaskar nur durch einige Arten abweichender Schleichkatzen vertreten, die Fossa, die Fanaloka und den Falanuk. Eine weitere rein madagassische Tiergruppe sind die igelähnlichen Tenreks. Die Bernierente, die heute zu den seltensten Wasservögeln der Welt gehört, ist ein weiteres Beispiel. Dafür fehlen auf der Insel viele Arten wie zum Beispiel Affen und Giftschlangen.

Die Insel ist ursprünglich nahezu komplett bewaldet gewesen. Die küstennahen Zonen sind dabei von tropischem Tieflandregenwald bedeckt. Von den ursprünglichen Regenwäldern sind nur noch 4 % erhalten. Die größten zusammenhängenden Regenwaldflächen, die noch existieren, liegen auf der Masoala-Halbinsel.
Das zentrale Madagaskar ist eine Hochebene mit durchschnittlichen Höhen von 1.100 m. Es fällt nach Osten schroff und steil ab, während der Anstieg im Westen sanfter ausfällt. Das Plateau gipfelt im Maromokotro, dem mit 2.876 m höchsten Berg der Insel. Auf dem Plateau ist das Klima gemäßigt.
Die größten Städte sind (Stand Januar 2005): Antananarivo (1.391.506 Einwohner), Toamasina (206.390 Einwohner), Antsirabe (182.804 Einwohner) und Fianarantsoa (167.240 Einwohner).

Bevölkerung
Die Madagassen bilden eine kulturell homogene Bevölkerungsgruppe, bestehend offiziell aus 18 miteinander verwandten Bevölkerungsgruppen (foko). Die kulturelle Einheit drückt sich insbesondere durch die gemeinsame Sprache (Madagassisch) aus, wobei die ethnischen Gruppen über einige Dialekte verfügen.
Im Allgemeinen leben die Madagassen sehr traditionsbewusst, wobei ausländische kulturelle Einflüsse im Laufe der Zeit immer wieder integriert worden sind, vor allem in den Städten. Dem umfangreichen kulturellen Reichtum gegenüber steht eine weit verbreitete materielle Armut, verursacht durch jahrzehntelange aus- und inländische Ausbeutung und mehrere jährliche Naturkatastrophen (Wirbelstürme, Dürre).
Das große Bevölkerungswachstum in Verbindung mit dem traditionellen Abbrennen von Wald für landwirtschaftliche Zwecke und der Rodung für Bau, Heizmaterial und andere Zwecke bewirkt große ökologische Probleme. Die Waldfläche ist seit den 1950er-Jahren massiv geschrumpft.

Nationalitäten: zu rund 98% Madagassen,
etwa 100.000 Komorer,
35.000 Franzosen,
29.000 Inder und
27.000 Chinesen.


Religion
52 % madagassischer Glauben (Monotheismus, Ahnenverehrung), 41 % Christentum (23 % römisch-katholisch, 18 % Protestanten), 0,1 % Zeugen Jehovas, 7 % Islam.

Geschichte

                        

  Karte von Madagaskar (1888)               Karte von heute

Über die Besiedlung der Insel, die vermutlich vor etwa 1.500 bis 1.200 Jahren stattgefunden hat, ist wenig bekannt. Die Ureinwohner Madagaskars waren nicht, wie man vermuten könnte, Afrikaner. Die ersten Siedler gehörten der malaio-polynesischen Sprachgruppe an und kamen aus Südostasien. Unklar ist, ob sie auf direktem Weg oder in mehreren Etappen ihr Ziel erreichten.
Weitere Einwanderungswellen brachten kleinere Gruppen von Afrikanern, Indern und Arabern ins Land. Besonders letztere beherrschten bis ins 19. Jahrhundert hinein große Teile des madagassischen Außenhandels.
Am 10. August 1500 sichtete der portugiesische Seefahrer Diogo Dias als erster Europäer Madagaskar und nannte die Insel São Lorenço. Später erschien die Insel auch unter dem Namen Santa Apolonia auf den Karten der Portugiesen.

Das Königreich Madagaskar
Mit Beginn der Herrschaft des Andrianampoinimerina (1787-1810) kann man von der politischen Einigung der Insel Madagaskar und damit vom Königreich Madagaskar sprechen.
Er erließ viele Gesetze und organisierte die Verwaltung des Landes und gilt bis heute als ein bedeutender Herrscher des Landes.
Radama I. (1810-1828) folgte seinem Vater auf den Thron. Er öffnete die Insel vorsichtig gegenüber dem Ausland, wobei er vor allem Kontakte zu den Engländern suchte, die sich mit den Franzosen um die Vorherrschaft im indischen Ozean stritten. Er reorganisierte die Armee nach englischem Vorbild. Während seiner Regierungszeit gab es erste industrielle Ansiedlungen der Engländer an der Ostküste. Englische Missionare übersetzten die Bibel in das Madagassische und führten die lateinische Schrift ein.

Kolonialzeit
Auf der Kongo-Konferenz 1885 wurde Madagaskar Frankreich als Interessengebiet zugesprochen. 1896 konnte sich Frankreich gegen den Widerstand der Madagassen etablieren; als Symbol der Machtübernahme wurde noch im gleichen Jahr die letzte Königin von Madagaskar abgesetzt.
Während der Kolonialzeit (1896-1960) herrschten die Franzosen auf der Insel Madagaskar mit brutaler Militärgewalt. 1945 wurde die Unabhängigkeitsbewegung gegründet. Nach mehreren Aufständen wurde Madagaskar 1958 Republik in der Communauté Française und erlangte am 26. Juni 1960 schließlich die Unabhängigkeit. 1971 wurde das Land von Bauernunruhen erschüttert. Zwischen 1972 und 1975 herrschte eine Militärdiktatur.

Ende der Kolonialzeit und Republik
Ab 1975 herrschte ein sozialistisches Regime, das sich erst Anfang der 1980er Jahre wieder dem Westen näherte. Eine neue Verfassung beschränkt seit 1992 die Macht des Präsidenten. Durch sie wurde Madagaskar zu einer Präsidialrepublik, deren erster Präsident aber nach vier Jahren abgesetzt wurde, da er seine verfassungsmäßigen Kompetenzen überschritt.
Daraufhin wurde 1996 Didier Ratsiraka von der Einheitspartei Association pour la Renaissance de Madagascar (AREMA) mit knapper Mehrheit zum neuen Präsidenten gewählt, aber erst nach einigem Zögern des Verfassungsgerichts vereidigt.
Bei den Präsidentschaftswahlen am 16. Dezember 2001 erhielt Marc Ravalomanana offiziell anfangs keine absolute Mehrheit (46 %). Er weigerte sich aber, sich einem zweiten Wahldurchgang zu stellen, da er seinen Informationen nach 52 % der Stimmen erhalten hatte. Am 28. April gab das Verfassungsgericht ein neues Ergebnis heraus, wonach er mit 51,3 % (gegenüber 35 % für den bisherigen Präsidenten) gewonnen hatte. Ravalomanana wurde vom Verfassungsgericht zum Sieger erklärt. Dazwischen lagen turbulente Monate mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Der bisherige Präsident Didier Ratsiraka floh, Ravalomanana rief zu Generalstreiks auf, und es gab 30 bis 40 Tote. Auch wenn sich die Lage mittlerweile wieder stabilisiert hat, sind die Unzufriedenheit und Armut der Bevölkerung weiterhin sehr groß. Auch von der Wirtschaftskrise infolge der Unruhen hat sich Madagaskar nach wie vor nicht vollständig erholt.

Wirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2003 4,54 Mrd. Euro (2002: 3,8 Mrd. Euro), das sind 271 Euro pro Person (2002: 231 Euro/Person). Madagaskar zählt damit nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt.

Außenhandel
Madagaskar exportiert vor allem Kaffee, Fischereiprodukte, Vanille, Nelken und Zucker. Importiert werden Nahrungsmittel, Investitionsgüter, Konsumgüter und Erdöl.

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