Sierra Leone

Sierra Leona nach dem Bürgerkrieg

Family Life Mission in Sierra Leone

Diese Gruppe ist eine derjenigen, die regelmäßig Berichte schickt. Auch dieses Jahr wird eine große Anzahl von Seminaren stattfinden. Themen, wie „Sexualität“, das noch Tabu ist, und „Versöhnung“ sind sehr gefragt.

 

Sie haben viele Pläne für 2006 und wollen ihren Mitmenschen nicht nur geistlich, sondern auch ganz konkret helfen, indem sie eine kleine Klinik bauen, den Witwen und jungen Mädchen das Nähen beibringen etc.

Die Geschwister stoßen jedoch auf große Schwierigkeiten, denn eines der größten Probleme des Landes ist die Armut. Das Land ist durch den langen Bürgerkrieg völlig verwüstet. Die Infrastruktur zersört, und die Menschen tief traumatiesiert.

 

Die Mitarbeiter besitzen kein Transportmittel und selbst Büromaterial fehlt. Jedesmal, wenn sie außerhalb der Hauptstadt Freetown einen Einsatz haben (was öfter geschieht), müssen sie ein Fahrzeug mieten. Viele Büroarbeiten müssen sie in einem Büro-Shop erledigen, weil sie keinen PC und keinen Drucker haben.

Im vergangenen Jahr durchlebte die Gruppe auch eine innere Krise. „Wer ist der Größte“ band die Kräfte für die Arbeit. Dank der Hilfe und einer Reise von William Kettor aus Liberia konnte das Problem gelöst werden. Eventuell ist eine Reise geplant, um die Lage zu erkunden und Versöhnung herbeizuführen.

 


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Sierra Leone -

das Land und die Menschen

 

Die Republik Sierra Leone ist ein Staat in Westafrika. Die ehemalige britische Kolonie belegt seit Jahren den letzten Platz auf der Liste des UNDP, gleichbedeutend mit dem Status des am wenigsten entwickelten von 177 untersuchten Ländern. Nach einem Jahrzehnt blutigen Bürgerkriegs ist das Land nun mit seinem Wiederaufbau und der Aufarbeitung der jüngeren Geschichte beschäftigt.

Geografie
Sierra Leone grenzt im Nordwesten, Norden und Nordosten an die Republik Guinea und im Südosten an Liberia. Im Süden und Südwesten liegt der Atlantische Ozean. Eine bis zu 110 km breite Ebene zieht sich an der Küste entlang, auf der Freetown-Halbinsel erheben sich die Sierra Lyoa Mountains bis zu einer Höhe von 1.000 m. Einigen Küstenregionen sind bis zu 112 km lange

Sandbänke vorgelagert. Hinter der feuchten Küstenebene beginnt das z. T. landwirtschaftlich genutzte Waldgebiet, durch das die drei wichtigsten Flüsse fließen. Das Land steigt zu den östlichen Guinea Highlands an, einem Hochplateau mit Erhebungen von über 1.830 m in den Loma Mountains und Tingi Hills. Der höchste Berg ist der Bintimani mit 1.948 m.
Die Landesgrenze ist insgesamt 958 km lang, davon grenzen 652 km im Norden an Guinea und 306 km im Süden an Liberia. Die Küstenlänge beläuft sich auf 402 km.
Die größten Flüsse sind: Mano und Moro.

Klima
Das Klima ist tropisch-feucht. Das Jahr unterteilt sich in eine Regen- und eine Trockenzeit. Da Sierra Leone nördlich des Äquators liegt, beginnt die Regenzeit Mitte Mai und ist gekennzeichnet durch tägliche Gewitter und Regenfälle. In den Monaten August und September kann es auch ununterbrochen regnen.
Mitte Oktober beginnt die Trockenzeit, Niederschläge werden seltener. Im Dezember und Januar ist das Klima durch den Harmattan geprägt, einem Wind aus der Sahara, der Staub und kühle Luft mit sich bringt. Februar, März, April sind die heißesten Monate mit seltenen Niederschlägen.
Wegen des Harmattans sprechen die Einheimischen auch von drei Jahreszeiten: „rainy season, harmattan season, dry season“.

Bevölkerung
Die Bevölkerung beläuft sich auf ca. 5,34 Millionen Menschen, die Bevölkerungsdichte beträgt etwa 74 Menschen je km².
Die Bevölkerung setzt sich aus vielen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zusammen. Die wichtigsten sind die Mende mit 34,6 %.
60 % der Einwohner sind Moslems, 30 % Anhänger von Naturreligionen und 10 % sind Christen.

Geschichte
1462 erreichte der Portugiese Pedro de Cintra das heutige Sierra Leone; in der Folgezeit wurden mehrere europäische Handelsniederlassungen gegründet. 1787 errichteten britische Philanthropen für befreite Sklaven die Niederlassung Freetown, die 1808 britische Kronkolonie wurde. Am 27. April 1961 erhielt das Land die Unabhängigkeit im Rahmen des Commonwealth. Nach Militärputschen 1967 und 1968 wurde 1971 die Republik ausgerufen. Bereits seit 1989 kämpfte die Revolutionary United Front gegen die Regierung. 1994 begann ein Bürgerkrieg, der mit äußerster Brutalität geführt wurde. Dabei wurden Amputationen und Misshandlungen in großen Teilen der Bevölkerung vorgenommen und von beiden Seiten Kindersoldaten zwangsrekrutiert. Der Bürgerkrieg wurde durch den illegalen Handel mit Diamanten finanziert. Durch britische Militärintervention konnte der Krieg beendet werden und der politische und wirtschaftliche Wiederaufbau eingeleitet werden. Das Ende des Rebellenkrieges wurde offiziell Anfang 2002 erklärt, als im Rahmen einer Feierstunde im Nationalstadion mehrere Tausend Waffen verbrannt wurden.

Wirtschaft
Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung ist die Landwirtschaft die Existenzgrundlage. Man wendet dabei Brandrodung und Wanderhackbau an. Allerdings werden nur etwa 6% der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Hauptsächlich wird dabei Reis, Hirse und Maniok produziert, meist für den Eigenbedarf (Subsistenzwirtschaft). Für den Export sind Kaffee, Palmkerne und Kakao bestimmt.
Neben der Landwirtschaft dient auch der Fischfang dem Eigenbedarf, vor allem werden Heringe und Thunfisch gefangen.

Energieversorgung
Hauptträger der Energieversorgung des Landes ist die Wasserkraft.

Rohstoffe
Der Bergbau bildet den wichtigsten Wirtschaftszweig, was die Ausfuhren betrifft. Vor allem Diamanten, Eisenerze, Bauxit und Rutil (Titanoxid) werden gewonnen.




 

Family Life Mission