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Nachdenkliches

Der lange Weg zum Frieden

Es scheint, als ob der afrikanische Weg zum Frieden immer länger würde. Die nicht endenden Kriege, Bürgerkriege, Stammesfehden und ethnischen Auseinandersetzungen scheinen auf dem afrikanischen Kontinent kein Ende zu finden. Man spricht vom 30-jährigen Krieg oder wie in letzter Zeit vom 1. Weltkrieg Afrikas.

Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtern sich zunehmend. Gewalt wird benutzt, um andere auszubeuten, zu beherrschen, aber auch als das „letzte“ Mittel, um das eigene Leben und das der Familie sicherzustellen.

Die Selbstverherrlichung der Politiker trägt oft eigenartige Züge. Riesige Bilder der Präsidenten zieren das Straßenbild. Kein öffentliches Büro oder Privathaus ist denkbar, ohne das Bild dessen, der das Land „lenkt“. Bilder der Präsidenten sind oft „Bestseller“, die vom Ministerium für Information gratis verteilt werden, auch wenn in Umfragen die Popularität desselben abnimmt. Diese Bilder bedeuten oft auch Schutz vor denen, die der offiziellen Linie treu sind. Titel wie „Führer“, „Messias“, der „Mutige“, der „Furchtbare“, der „Große“, der “Ewige“, „Vater“, meist mit religiösem Unterton, sind nicht außergewöhnlich. Die Herrschenden leben im Überfluß auf Kosten der breiten Mehrheit.

Selbst Länder, die bisher als Friedensoasen galten, sind für Einheimische und Besucher risikoreich geworden. Korruption, Raub, Mord und Überfälle gehören zum Alltag.

Dieses Umfeld ist fruchtbarer Boden für Sekten aller Art, die wie Pilze aus dem Boden sprießen. Heiler und Propheten haben viele Anhänger und großen Zulauf. Geld wird gesegnet, um aus dem wenigen mehr zu machen, Tinkturen und Tee verkauft, um vor Hunger und Krankheit zu bewahren.

Traditionen, ethnische, kulturelle, kirchliche und andere, prägen den Alltag der Menschen. Die Beschneidung von Frauen und Mädchen ist in vielen Ländern, auch in der Gemeinde, stark verankert und hinterläßt bleibende Spuren im Leben der Betroffenen.

Dennoch baut dort Jesus Christus seine Gemeinde. Die Sonntagsgottesdienste sind überfüllt. Meist werden zwei oder drei Gottesdienste abgehalten, da die Räume zu klein sind. Gottesdienst ist Fest und Ausdruck von Freude und Lebensinhalt.

FLM ist gerufen, seelsorgerlich und praktisch aktiv zu sein, um Frieden in Familien, Ehen und in die Gesellschaft zu tragen. Liberia, Burundi, Kongo und Ghana, um nur einige zu nennen, sind Vorbilder, wie dieser Einsatz ganz praktisch aussehen kann. Tatkräftige Hilfe anbieten für Waisen, Witwen, Einsame, AIDS-Kranke ist das Ziel, besonders aber Versöhnung bewirken in Ehe, Familie und zwischen den verfeindeten ethnischen Gruppen.

Wir in Deutschland sind gerufen, die Anstrengungen unserer FLM Geschwister geistlich und finanziell mit zu unterstützen. Es ist ein Kampf, „nicht mit Fleisch und Blut, sondern mit den Mächten der Finsternis“.

Volker Gscheidle

Family Life Mission